Auszeichnungen


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Sound & Vision

10VE - interaktive audio-visuelle Performance

von Antoni Rayzhekov, Katharina Köller


GewinnerIn in der Kategorie Sound & Vision
GewinnerIn in der Kategorie FemPower Bonus

Das Künstlerpaar Antoni Rayzhekov und Katharina Köller präsentiert die Performance 10VE. Die zwei Performer transformieren ihre Körper in audio-visuelle Instrumente, indem sie ihre Biosignale – Herzschlag, Körperspannung, Atem und Bewegung – in Klänge und visuelle Szenografie verwandeln. Gleichzeitig wird die Aktivität des Publikums durch ein Bewegungs-Detektions-System erfasst und in das Klangbild integriert.
Die Performance ist die Verkörperung einer gegenseitigen Überwachung zwischen Performer und Publikum, die einander beeinflussen und gemeinsam die audiovisuelle Komposition steuern.
10VE enthüllt die unaufdringliche und sogar attraktive Natur digitaler Geräte und Plattformen, die still und heimlich private Informationen sammeln und uns dahin locken freiwillig alles zu teilen.

URL: http://raijekov.cc/10ve


Das Projekt erlaubt einen Einblick in die sinnliche Beziehung der beiden Performer Antoni Rayzhekov und Katharina Köller, einen Einblick in ihre psycho-physischen Prozesse sowie in die emotionalen Reaktionen zwischen ihnen und dem Publikum.
So erforscht das Projekt die Grenzen des privaten Raumes. 10VE ist eine intime Einladung.

Wir haben einen drahtlosen Apparatus (tragbares, elektronisches Gerät basierend auf Arduino) gebaut, den wir für die Performance mit Biosensoren (für Herzschlag, Atem, Körperspannung und Bewegung) ausgestattet haben. Mit VVVV, einer graphischen Programmiersprache, haben wir eine Software entwickelt, die unsere Biosignale abnimmt und damit eine audio-visuelle Live-Komposition steuert.
10VE ist eine audio-visuelle Performance. Der Körper wird in ein interaktives Instrument verwandelt. Die Bewegungen der Performer initiieren den musikalischen Impuls, der durch die Daten der Biosignale geformt wird.
Gleichzeitig werden die Biosignale und die Bewegungen als visuelle Darstellung in Form oszillografischer Kurven an die Wände projiziert und können vom Publikum abgelesen werden, wie eine Partitur.

Unser Apparatus bildet eine Brücke zwischen unserem emotionalen Erleben und dem visuellen und hörbaren Output, den das Publikum wahrnimmt. Wir können während unserer Performance nichts verstecken. Wenn wir nervös sind, schlägt unser Herz schneller, der Atem wird kürzer und die Körperspannungs-Kurve steigt.
Wir versuchen während der Performance unsere Biosignale zu synchronisieren.
Das Publikum sieht und hört alles, ist aber nicht zum passiven Zuhören und Zusehen gezwungen. Es agiert als ein Partner für die Performer.
Zu Beginn der Performance wird das Publikum darüber informiert, dass es sich unter permanenter Überwachung durch ein Bewegungs-Detektions-System befindet und dass jede Bewegung, die während der Performance gemacht wird, eine hörbare Auswirkung hat, die die musikalische Komposition direkt beeinflusst und stören kann.
Das Publikum findet sich also gefangen in einer Situation der Überwachung - durch die Performer und durch einander - und kann sich nicht entspannt zurücklehnen. Es gibt keine Stühle. Das Publikum muss stehen.
Dadurch wollen wir das Publikum aktivieren und seine Teilnahme an der Performance bedingt motivieren.
Wie weit „darf“ das Publikum stören? Wie weit soll es „Mitspielen“?
Das Publikum sieht sich mit diesen Fragen konfrontiert.

Die Performer kehren während der gesamten Performance dem Publikum den Rücken zu. Durch ihr beinahe geschlechtsloses Aussehen, die Anonymität ihrer nackten Rücken und ihre gleiche Kleidung, wird ein vom Geschlecht abstrahiertes Konzept von Intimität dargestellt.
Die scheue Verschlossenheit der nackten Rücken steht im Kontrast zu der öffentlichen Zur-Schau-Stellung ihrer Biosignale.

Wir als Performer repräsentieren den privaten, intimen Raum. Das Publikum repräsentiert die Öffentlichkeit. Wir kreieren durch das Bewegungs-Detektions-System für das Publikum die Möglichkeit mit dem Publikum gemeinsam Musik zu machen. Dafür verlangen wir vom Publikum einen hohen Grad an Aufmerksamkeit und Sensibilität. In jeder unserer Performances versuchen wir ein Equilibrium zwischen uns allen herzustellen.

Mit unserer Arbeit erforschen wir neue Formen der performativen Kunst, die die Erfahrung des Publikums im Kontext von zeitgenössischer audio-visueller Performance erweitert.

10VE wurde 2014 in Ourique, Portugal (mit Unterstützung von ATALAIA Artes und BKA – Kunst) entwickelt und beim Festival Artes Performatives in Ourique, Portugal im Oktober 2014 zum ersten Mal aufgeführt. 2015 wurde 10VE beim NODE15 Festival in Frankfurt am Main, beim Žagarė Fringe Festival (mit Unterstützung des BKA - Kunst) in Žagarė, Litauen, beim Festival ALL THAT s JAZZ, Berlin, Deutschland und beim DAE – Dobbiarteventi, Dobia, Italien gespielt.
Im September 2015 erhielten wir durch die Unterstützung des Theater Spielraum, Wien die Möglichkeit das Projekt 10VE weiterzuentwickeln. Im Rahmen des Kultur.Herbst.Neubau "Zwischen Drinnen und Draußen" wurde 10VE zum ersten Mal in Wien gespielt.
Das Video "10VE - Sequence for Two" wurde vom Athens Video Dance Project 2016 ausgewählt.


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Tags
interaktive audio-visuelle Performance, Biofeedback, zeitgenössischer Tanz, generative music, generative visuals, motion-tracking, 3D projection mapping, privacy, surveillance



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