Auszeichnungen '11


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Shorts

366 Tage

von Johannes Schiehsl


SiegerIn in der Kategorie Characters

Ein junger Mann leistet seinen Zivildienst im Rettungsdienst ab.Dabei führt ihn seine Verpflichtung in die Wohnungen von Menschen
die ferner an Krankheiten oder Verletzungen sondern vor allem anEinsamkeit leiden. Sein exzessives Engagement um seine Patienten
führt ihn an den Rand eines Burn-Outs. Doch am Ende kommt die Rettung – und zwar gerade von jemanden, von dem er sie am wenigsten erwartet hätte.

"366 Tage" ist der Abschlussfilm von Johannes Friedrich Schiehsl an der Filmakademie Baden-Württemberg. Der Film wurde in einem Zeitraum von 18 Monaten hergestellt und wurde durch persönliche Erfahrungen im Zivildienst inspiriert.


Ein junger motivierter Zivildiener beginnt seinen Dienst am Krankenwagen. Mit dem Ziel Gutes zu tun, bemüht er sich alles genau richtig zu machen und mit vollem Einsatz dabei zu sein. Ihm zugeteilt ist ein phlegmatischer, Kaffeetrinkender und im Krankenwagen rauchender Fahrer, der sich für nichts zu interessieren scheint, außer dem mittäglichen Schnitzel und dem Plastikbecherkaffee aus der Zentrale.

Im Laufe seines Dienstes verwundert sich der Zivi zunehmend über die abweisende Haltung seines Kollegen. Eine alte Dame möchte gerne mit den Sanitätern Kaffee trinken, doch der Fahrer lehnt ab. Die regelmäßigen Hilfsmaßen bei einem beinlosen Diabetiker werden routinemäßig durchgeführt, abgehakt und übergangen.

Der Zivildiener fragt sich, ob es nicht mehr gäbe, das man tun könnte. Und als ihn die alte Frau zu sich auf einen Kaffee einlädt, tut er dies einfach. Nicht nur das, er besucht den beinlosen Diabetiker und sieht mit ihm TV und mit einem einsamen alten Mann spielt er zwischendurch eine Partie Schach. Und für einige Zeit läuft das auch sehr gut.

Doch sein zusätzlicher Einsatz um seine Patienten führen ihn schnell in eine zeitliche Überforderung. Auch scheinen seine Bemühungen den beinlosen Fussballfanatiker auf eine stabile Bahn zu bringen, völlig
vergebens zu sein. Und als sie dann auch noch bei einem Einsatz die alte Dame regungslos vorfinden, schafft es der junge Sanitäter nicht seine Aufgabe zu erfüllen und ihr zu helfen. Am Boden zerstört bleibt er zurück. Doch nun fällt auch seinem Kollegen auf, dass etwas nicht stimmt.

In der Zentrale setzt sich der Fahrer zum Zivildiener und lädt ihn auf einen Plastikbecherkaffee ein. Sie spielen Karten und beginnen miteinander zu sprechen. Der Zivi erzählt von seinen leidvollen Erfahrungen - der Fahrer nickt und gibt dem Zivi den Tipp, immer alles im Radetzkymarsch zu vollführen
- von der Reanimation bis zur Patientenübergabe.

Vereint im Takt des Radetzkymarschs absolvieren sie nun ihren Dienst in schwingendem Einklang mit ihrem Umfeld. Die Patienten werden „geschupft“ und das Team des Wagen 65 fährt mit Pauken und Trompeten
durch die Stadt, um immer wieder denen zu helfen, die sie rufen.


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