Auszeichnungen '09


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Shorts

HEIM

von Claudia Larcher


Nominiert in der Kategorie FemPower
GewinnerIn des Sonderpreises Wien Holding — Berlinale

Claudia Larchers Videoanimation, aus Fotos und Laufbild zu einem scheinbar unendlichen Panoramaschwenk montiert und mit einer unbehaglich dröhnenden Tonspur unterlegt, fördert das Unheimliche im Alltäglichen zutage.


Ein Haus wird besichtigt, vom Dachboden bis zum Keller: Ein Berg übereinander getürmter Koffer, ein Adventkranz mit Tannenzapfen, eine an einem Nagel hängende Einkaufstüte, Krimskrams, Kleinmöbel, Plastikkübel. Raum um Raum wird abgetastet. Ein Glasschrank, naturbelassene Holzvertäfelungen, rustikales Mobiliar, eine Schusswaffe lehnt an der Wand neben einem Doppelbett.
Das Telefon klingelt. Niemand hebt ab. Im Keller dann: Heimwerkerzubehör, säuberlich in Boxen verpackt und in Regale gestapelt. Bohrmaschinen, Sägeblätter, Schraubenzieher. Das ganze Reservoir einer kleinbürgerlichen Provinzidylle, in eisiger Menschenleere abgebildet und ausgeleuchtet.

Claudia Larchers Videoanimation, aus Fotos und Laufbild zu einem scheinbar unendlichen Panoramaschwenk montiert und mit einer unbehaglich dröhnenden Tonspur unterlegt, fördert das Unheimliche im Alltäglichen zutage. Die Banalität eines Bösen, das sich, jenseits von Sinn und Ratio, in Chiffren und Andeutungen an der Peripherie der Wahrnehmung manifestiert und ein Gefühl von transzendentaler Obdachlosigkeit vermittelt. Räume sind perspektivisch verschoben und bizarr ineinandermontiert. Zeitabläufe täuschen eine Chronologie vor und sind doch nur Momentaufnahmen, Erlebnisblitze ohne kausalen Zusammenhang.
Die Arbeit HEIM, die im Elternhaus der Künstlerin aufgenommen wurde, ist nicht nur subtiles Spiel mit Wahrnehmungsmodi und Raumarchitekturen, sondern erzählt auch von der psychischen Innenausstattung jener Menschen, die in der Mitte eines katholisch-konservativen Milieus einen Lebenstraum verwirklichen wollen.

Sie knüpft das Behagliche einer Vorstellung vom Geborgensein im Vertrauten an die Schreckensvorstellung eines Immergleichen, das sich im endlosen Panoramaschwenk des Lebens entfaltet.
In einer Art 'Horror vacui` räumt sie die Leere des Seins mit Gegenständen voll, um dem Gefühl eines lauernden Unbehagens, das sich nicht als konkrete Bedrohung erklären lässt, in die vermeintliche Sicherheit der Materie zu entkommen.


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